Südafrika ist eines der vielfältigsten Reiseländer der Welt. Von der Kapregion über die Garden Route bis zum Krüger Nationalpark – wer drei Wochen durch dieses Land reist, erlebt dichte Wälder, tosende Ozeane, majestätische Bergkulissen, wilde Tiere und unvergessliche Menschen. Was Du auf Deiner Reise nach Südafrika unbedingt erleben solltest, erzählt Dir unsere Kollegin Sarah aus erster Hand.


1. Tipp: Die Self-drive-Safari – Selbst auf Entdeckungstour gehen

Die ersten Zebras, die wir sahen, waren eine Stute mit ihrem Fohlen, während sich der strahlend blaue Himmel langsam in warmes Abendrot wandelte. Durch unser Fernglas beobachteten wir, wie das Junge gesäugt wurde. Das Fell der Beiden war von der untergehenden Sonne leicht rosa gefärbt. Als die Stute uns entdeckte, flüchteten beide ins dichte Unterholz und wir fuhren grinsend zurück in unser gemütliches Guesthouse.


An diesem Tag haben wir das Erlebnis der Self-drive-Safari getestet. Mein Mann hat das Auto gesteuert und ich war unser "Spotter". Das heißt, ich habe quasi meine Augen an ein Fernglas geheftet und das weitläufige Gelände des Camdeboo-Nationalparks abgesucht. Am Morgen gab uns der Ranger eine Karte mit mehreren Routen, die durch Bilder der Tiere des Nationalparks ergänzt war. Man hatte auf der Karte sogar kleine Kästchen zum Ankreuzen. Wer eine Tierart zuerst sieht, darf ein Kreuzchen setzen. Der Gewinner sollte dann auf ein Eis eingeladen werden.


Wir hatten so viel Freude an diesem Wettspiel, dass wir jedes Mal wie kleine Kinder gequiekt haben, als uns wieder etwas vors Visier lief. Und das obwohl in diesem Park im Eastern Cape keiner der Big Five heimisch ist.

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2. Tipp: Die Vielfalt der Natur – Mehr als nur Savanne

Auf unserer Route vom Kap der Guten Hoffnung nach Johannesburg legten wir insgesamt 4.068 km quer durch Südafrika zurück, wobei ein Tag schöner war als der andere. Als ich vor Reiseantritt gefragt wurde, ob wir denn 3 Wochen durch karges, heißes Ödland fahren, hatte ich das zwar verneint und geantwortet, dass Südafrika schon recht grün ist, immerhin gibt es da Weinregionen. Aber mit der gewaltigen Vielfalt an allem, was die Natur hergibt, habe ich selbst nicht gerechnet.

Dichte Wälder, die viele alte, mit Flechten überzogene Bäume hervorbrachten, klare Wasserfälle, schwarze Flüsse und majestätische Bergkulissen in unzähligen Formationen – mal rot, mal gelb, mal "blau". Genauso wie endlos weite, mit Blüten übersäte Wiesen, riesige Stauseen und dann immer wieder der tosende Ozean entlang der Küste. Okay, die traumhaften Strände sind immer menschenleer, weil der Atlantik ar***kalt ist, wovon wir uns höchst persönlich überzeugt haben.


Wäre das Wasser jedoch nicht so kalt, würden sich Robben und Pinguine nicht so wohl fühlen. Wer die putzigen Brillenpinguine aus nächster Nähe sehen möchte und etwas Zeit hat, sollte den Boulders Beach links liegen lassen und sich aufmachen nach Bettys Bay. Dieses beschauliche Örtchen hat nicht nur seine Vorgärten den Kaltwasser-Seevögeln gewidmet, sondern sogar für die kleinen "Frackträger" eigene Zebrastreifen angelegt. Wir waren ganz verzaubert, dass die winzigen Pinguine vor unseren Füßen entlang gewatschelt sind und wir sie aus nächster Nähe sehen konnten.

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3. Tipp: Kapstadt & Wale – Ein unvergesslicher Empfang

Nach diesem schönen Stopp führte uns der Weg weiter nach Hermanus. Auch wenn die vielen Cafés und Restaurants im weichen Licht der Küste für längeres Verweilen einladen, blieb uns für dieses malerische Städtchen nur wenig Zeit. Die wir dennoch nutzten, um nach den gigantischen Glattwalen Ausschau zu halten.


Doch wir wollten unser Glück aus Kapstadt nicht überstrapazieren. Direkt nach unserer Ankunft begrüßten uns dort Wale mit ihren faszinierenden Fontänen, die wir von unserem Mittagstisch am Strand in der Nähe der Waterfront sehen konnten. Am zweiten Tag unserer Reise hatte der Tafelberg sein berühmtes Tischtuch aufgelegt und der Himmel war voll behangen mit Nieselregen. Ich hatte schon etwas Sorge, dass unser Helikopterflug ausfallen würde, aber der junge Pilot behauptete, es sei perfektes Wetter. Und als wir das heftige Bauchkribbeln beim Starten überwunden hatten, konnten wir auch sehen warum. Von oben eröffnete sich perfekte Sicht auf etliche Walrücken, da das Sonnenlicht an diesem Tag nicht von der Oberfläche reflektiert wurde.


Dieses atemberaubende Land hatte uns wirklich schon nach wenigen Tagen in seinen Bann gezogen. Und auch rückblickend kann ich nur sagen, dass wir definitiv noch einmal nach Südafrika reisen werden.

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4. Tipp: Glamping – Luxus mitten in der Wildnis

Was wir auf jeden Fall wieder so wählen werden, ist der Mix aus unterschiedlichen Unterkünften. Wir hatten eine kleine, liebevoll geführte Lodge mit prachtvollen Hortensien und gepflegtem Garten im holländischen Stil in der Nähe von Swellendam, außerdem eine reetgedeckte Oase voll historischem Charme im Herzen der großen Karoo, ein kleines, modernes Hotel am Strand sowie einige Hotels im Zentrum der schönsten Städte. Unsere Highlights mit Abstand waren jedoch einige Glamping-Zelte. Mein neues Lieblings-Outdoor-Erlebnis ist auf jeden Fall GLAMPEN! 


Afrika mit Leib und Seele erleben bedeutet, den ganzen Tag in der Natur zu verbringen – und wer dabei nicht auf den Luxus der Zivilisation verzichten möchte, sollte unbedingt einmal Glamping testen. Stellt euch ein großes Zelt auf Stelzen vor mit bequemen Betten, einer Küche, einer Dusche und Toilette und einem Esstisch sowie einer kleinen Couch, welches mitten an einem Wasserloch steht, das perfekt für Wildbeobachtungen bei Sonnenaufgang geeignet ist. Oder ihr genießt den Blick auf die Drakensberge aus eurem Hot Tub, der an einem heißen Nachmittag vorzugsweise auch als Abkühlung genutzt werden kann. Denn die meisten Glamping-Zelte waren mit einem Hot Tube auf oder vor der Terrasse ausgestattet. Die Nächte können recht frisch sein in Afrika, was einem aber völlig egal sein kann, wenn man seinen Hintern in einem holzbefeuerten Becken wärmt.Ein weiterer "afrikanischer Marmeladenglas-Moment" war, als ich eines Nachmittags in meinem Hot Tub saß und ein mutiger Bock sich näherte. Ich hielt die Luft an, als die Nyala-Antilope begann, Wasser aus dem Pot zu schlürfen. Wir starrten beide einander an und dann ging jeder seiner Wege. Okay, ich sprang freudig aus dem Becken und fragte meinen Mann aufgeregt, ob er ein Foto gemacht hatte. Immerhin ereignete sich das Schauspiel einen Meter vor seiner Terrasse. Den Rest des Nachmittags nutzen wir dann den Pool des Haupthauses. Von dem aus hatten wir nämlich noch weitere tierische Erlebnisse zu beobachten. Rund um das kühle Nass suhlten sich Warzenschweine im Schlamm, der durch das überschwappende Wasser entstand, kleine Äffchen klauten sich aus der Küche Utensilien, um damit zu spielen, einige Antilopen grasten unbehelligt und zwei junge Böcke rangelten sich. Und wir saßen immer noch im Pool.


Die Abende während des Glampings verbrachten wir typisch mit einem südafrikanischen Braai. Das bedeutete: mein Mann entfachte das Feuer auf der Terrasse, ich deckte den Tisch und dann grillten wir gemeinsam Lamm, Strauß oder Vegetarisches. Während die Sonne langsam unterging, genossen wir einen Tropfen sehr guten Wein der Region oder eines der erfrischenden afrikanischen Biere. Sobald die Dämmerung hereinbrach, begann das allabendliche afrikanische Konzert. Ein Grillenzirpen, das hätte ein Stadion füllen können – ich hab es geliebt!

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5. Tipp: Die geführte Safari – Nah dran an den Big Five

Eines frühen Morgens hatten wir eine Pirschfahrt gebucht und wurden direkt vor unserem Zelt abgeholt. Diesmal mit fachkundigem Führer, der – obwohl er sich in seinem "Revier" auskennt – nicht immer ein Garant für Tiersichtungen ist. Dennoch waren wir glücklich über erste Giraffenhälse, die aus dem Dornenbusch hinausragten, einige Nilpferdköpfe in der Morgensonne und den mit roter Erde eingeriebenen Rücken eines Elefanten. Den ich beinahe verpasste, wenn er nicht noch kurz seinen Rüssel präsentiert hätte.


Eine spannende Alternative zur klassischen Landsafari ist die Beobachtung der Wildnis vom Wasser aus. Bei einer Bootssafari lassen sich nicht nur Wasserbewohner wie Krokodile und Hippos beobachten, sondern auch Großwild, das zum Trinken ans Ufer zieht. Unser Hauptziel an diesem Tag waren jedoch die Flusspferde. Wer denkt, er beobachtet hier nur friedliche "Happy Hippos", der irrt: Die Tiere haben dich längst im Blick! Das ist auch kein Wunder, wenn in der Runde der Giganten plötzlich das winzige Köpfchen eines Babys aus dem Wasser auftaucht. Beim Anblick dieses niedlichen Gesichts vergisst man schnell, dass ausgewachsene Flusspferde als die gefährlichsten Tiere Afrikas gelten. Wir sind glücklicherweise unversehrt entkommen – wenn auch unter strengster Beobachtung.


Als der Abreisetag aus unserem Camp sich näherte, waren wir schon fast wehmütig. Doch der Abschiedsschmerz war rasch vergessen, als plötzlich direkt neben unserem Auto Giraffen auftauchten. Sogar eine Giraffenkuh mit ihrem Kalb lief uns über den Weg. Ich konnte mich nicht satt sehen am neugierigen Blick und den krummen Beinchen der kleinen Giraffe. Das war ein wirklich wundervoller Park.

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6. Tipp: Der Krüger Nationalpark – Das große Finale

Trotz manch langer Strecken wurde unser Roadtrip durch Südafrika nie langweilig, ob es eine Landschildkröte war, die wir von der Straße retten mussten oder uns kleine grüne Meerkatzen eine Show am Straßenrand boten, es gab immer was zu sehen. Einmal mussten wir anhalten, weil wir entlang der Küste Delfine im Wasser tollen sahen. Ohne Witz! Die sprangen fröhlich immer wieder aus dem Meer, sodass uns dieses Ereignis sogar während der Fahrt förmlich ins „Auge gesprungen“ ist. Nach Geparden-Kraulen, Krokodil-Tauchen und Fledermaushöhlen-Ziplining dachten wir: Mehr Spannung geht nicht. Straßenschilder kündigten bereits umherlaufende Leoparden an und die Zäune der Wildreservate wurden immer höher, bis wir endlich unsere vorerst letzte Etappe erreichten: den Krüger-Nationalpark.


Und wenige Stunden später brachen wir auf zu unserer ersten Abendsafari. Hier ein kleiner Überlebens-Tipp: EGAL wie warm Südafrika wirkt – packt zur Safari warme Sachen ein. Im offenen Geländewagen wird es eisig! Das ist einem aber völlig schnuppe, wenn im Sonnenuntergang eine Elefantenherde neben dem Jeep auftaucht. Die Mini-Dickhäuter waren so winzig, dass sie noch unter Mamas Bauch durchhuschten – da klopft das Herz wild vor Freude. Einen ganz anderen Takt schlägt das Herzl allerdings, wenn ein ausgewachsener Bulle laut trompetend sein Revier verteidigt. Am Ende fielen wir einfach nur beseelt ins Bett und träumten von den flauschigen Hyänenbabys am Wegesrand. Für den nächsten Tag stand eine Ganztagssafari an. Spoiler: Die Idee, auf einer Fläche von der Größe Dänemarks mal eben alle tierischen Bewohner zu sichten, war reines Wunschdenken. Statt den erhofften Löwen und Nashörnern gab es zehn Stunden lang vor allem zwei Dinge zu sehen: fortwährend heftige Schauer – am einzigen Schlechtwettertag der gesamten Reise – und jede Menge grüne Bäume. Wer braucht schon Großwild, wenn er botanische Volkszählung im nassen Geländewagen machen kann? Umso verdienter waren am Abend die Entspannungsmassage in der Lodge und das fröhliche Abendessen in geselliger Runde.


Wer nun denkt, dass wir nach dem Regentag ohne unsere Trophäen– sprich: die restlichen Wunschzettel-Erlebnisse - die Heimreise antreten, der kennt uns schlecht. Mein Mann spürte natürlich prompt einen kleinen Park nahe Johannesburg auf, der Löwen und Nashörner versprach. Unser Plan für den Abreisetag: Koffer ins Auto, Zwischenstopp bei den Raubkatzen und abends zum Flughafen!


Stellt euch vor: Man fährt im eigenen Auto durch ein Löwengehege, das gefühlt nur von einem dürren Zaun und zwei sehr entspannten Mitarbeitern bewacht wird. Mein Puls beruhigte sich erst beim Blick auf den Parkplan: Da täglich um 13 Uhr gefüttert wird – außer dienstags, da ist Fastentag –, standen wir als durchgeschwitzte Touristen glücklicherweise nicht auf der Menükarte. Trotzdem stockt der Atem, wenn die Raubkatzen direkt am Mietwagen vorbeistolzieren. Am kurz gemähten Futterplatz gab es dann freie Sicht auf das Spektakel. Auch wenn das hier nach festem Zeitplan läuft: Das wilde Tier steckt in den Genen. Vor dem Essen wurde lautstark der Rang geklärt – ein absolut filmreifes Erlebnis!


Ebenfalls unvergesslich bleiben die anderen Tiere wie Zebras, Strauße, Antilopen und Nashörner, welche fast zum Streicheln nah waren. Die Nashörner grasten friedlich, schön vor der Sonne geschützt mit braunem Schlamm umhüllt, auf der Weide circa einen Meter entfernt von uns.

Mit all diesen wunderschönen Geschichten und noch vielen mehr ging es ab zum Flughafen und zurück nach Hause.

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Herzlichst, eure Sarah